Lexikon


Die wichtigsten Begriffe zum Verständnis.

Kein Anspruch auf Vollständigkeit!

 

 

Ausfallende:

Hintere Rahmenaufnahmen der Laufräder, meist geschmiedet.

 

Anlötösen:

Augen mit 5 oder 6mm Gewinde zur Montage von Anbauteilen wie Schutzbleche etc.

 

Aluminium:

Relativ leichtes und weiches Rahmenmaterial. Muss zur Festigkeit legiert und nach der Verarbeitung in verschiedenen Stufen erhitzt und abgekühlt werden. Rohre müssen zur Steifigkeit im Durchmesser erhöht werden (oversized), damit eine dauerhafte Konstruktion gewährleistet ist. Lässt sich nur schweissen. Temperatursensibel d.h. zieht in den Rohren und Hohlräumen Kondenswasser. Korrodiert dabei stärker als Stahl (Oxidation). Bei der Herstellung sehr umweltschädlich (eine Tonne Aluminium erzeugt 3 Tonnen Rotschlamm). Gut zu recyclen.

 

Aheadset:

Von der Firma Dia Compe entwickeltes Steuersatzsystem, welches die Einstellung mit wenigen Werkzeugen in Sekundenschnelle erlaubt. Erhöhung des Vorbaus/Lenkers ist ohne Zubehör nicht möglich.

 

Bruchdehnung:

Angabe der Kraft von der Deformation eines Werkstückes bis zum Bruch der Struktur.

 

Carbon:

Diolen-, Aramid- oder ähnliche Kunstfasern, die, als Matten in Harz (Epoxid) getränkt, zu einzelnen Bauteilen bis hin zu Rahmenrohren oder ganze Rahmen (Monocoque) verarbeitet werden. Extrem gutes Verhältnis von Gewicht zu Steifigkeit und somit gut für den Leichtbau geeignet. Sehr Bruchanfällig (Haarrisse im Harz). Schäden können meistens nur durch röntgen erkannt werden. Hochgiftig bei der Produktion und lässt sich nur als Sondermüll verwerten.

 

Cantileverbremse:

Klassische Mittelzugbremse mit zwei getrennten Bremskörpern.

 

Diamantrahmen:

Klassische Rahmenform des Herrenrahmens. Die effektivste, stabilste und einfachste Art, einen Fahrradrahmen zu bauen.

 

Drahtreifen:

Fahrradreifen mit Stahldrähten im Reifenwulst, welcher im montierten Zustand in der Felge liegt.

www.conti-fahrradreifen.com

 

ETRTO:

Europäische Bezeichnung der Reifenmaße in Millimetern sowohl für den Gesamtdurchmesser als auch für die Reifenbreite. Beispiel: 28" x 1 3/8" sind ETRTO 622 mm x 37 mm

 

Faltreifen:

Fahrradreifen, die im Gegensatz zu Drahtreifen im Reifenwulst meist Kevlarfäder eingelassen haben. Diese Reifen sind meistens um bis zu 30% leichter und lassen sich durch die Konstruktion für den Transport falten.

 

Freilauf:

Bauteil der Hinterradnabe, welches die Kassette aufnimmt und für den Kraftfluss von Kranz auf das Laufrad zuständig ist. In normalen Ausführungen sind hier Sperrklinken, bei aufwendigeren Konstruktion kommen auch Stirnverzahnung (Chris King, DT Swiss) zum Einsatz.

 

Getriebenabe:

Allgemein unter Nabenschaltung bekannt. Als 3, 4, 5, 7, 8, 11 und 14 Gang von verschiedenen Herstellern für verschiedene Einsatzbereiche verfügbar. Die gesamte Antriebseinheit ist geschützt im einem Gehäuse untergebracht und hat einen sehr geringen Pflegeaufwand. Damit verbunden ist aber ein höherer Rollwiderstand, da immer das gesamte Getriebe bewegt werden muss.

www.rohloff.de

 

Hohlkammerfelge:

Im Gegensatz zur U-Felge eine durchgehende Profilkonstruktion mit ein bis drei Hohlkammern zur Verstärkung.

www.mavic.com

 

Integrierter Headset:

Im Rahmen komplett integrierter Steuersatz. Gibt es im zwei verschiedenen Ausführungen: Voll- und semiintergriert. Bei dem vollintegrierten System werden die Lager in eine im Rahmen eingelassene Anfasung eingelegt. Diese Anfasung gibt es in verschiedenen Winkeln und Normen. Bei der semiintegrierten Ausführung werden die Lagerschalen in den Rahmen eingespresst und die Lager dann eingelegt. Rahmen hat keinerlei Vorrichtung. Beide Systeme lassen sich im eingebauten Zustand äußerlich nicht unterscheiden. Ergebnis ist eine wesentlich flacherer Bauform als konventionelle Steuersätze.

www.bicycleheadsets.com

 

ISIS:

Mehrfachverzahnung der Innenlagerachse zur Befestigung der Kurbel als Alternative anderer Hersteller (FSA, Truvativ) zum Shimanosystem (Oktalink).

www.sram.com

 

Kreuzung:

Kreuzung der Speichen in einem Laufrad sind meistens dreifach, d.h. eine Speiche kreuzt auf ihrer gesamten Länge drei andere. Bei einem gut aufgespeichten Laufrad lässt sich die Kreuzung maximal fünf Millimeter zusammendrücken.

 

Kassette:

Ritzelpaket in verschiedensten Abstufung und Gangzahlen, das mittels Innenverzahnung auf den Freilaufkörper gesteckt wird und in zwei verschiedenen Normen erhältlich ist.

 

Kerbwirkung:

Kraft die nötig ist, um in ein Bauteil die Oberflächenstruktur zu beeinflussen oder zu zerstören. Bei Rohren kann bei einer entstandenen Kerbe/Delle ein erheblicher Festigkeitsverlust bestehen.

 

Kinematik:

Winkel bei gefederten Rahmenkonstruktionen, die eine perfekte Lenkgeometrie (Federgabel) oder Antrieb (Hinterbaudämpfer) gewährleisten. Ist bei verschiedenen Herstellern extrem unterschiedlich und erfordert genaue Konstruktionen.

 

Konifiziert:

Rahmenrohre sind endverstärkt bzw. zur Rohmitte mit dünneren Wandstärken versehen. Dient einer besseren Gewichtsauslastung und komfortablerem Fahrverhalten. Diese gehen teilweise bis auf 0,3 mm runter, und die Rohre können nur noch durch spezielle Profilierung eine Stabilität aufweisen. Die Endverstärkung geschieht meistens in zwei (Double butted) oder selten in drei Schritten. www.columbustubi.com

 

Lenkkopflager:

Kugellager, welches im Rahmen eingepresst für den einwandfreien Dreh der Gabel und somit für die Lenkgenauigkeit zuständig ist. Als klassische Ausführung oder Ahead mit klassischen Kugeln oder Industrielager. In verschieden Durchmessern, bei modernen Rahmen intergriert mit unterschiedlichen Durchmessern unten und oben.

 

Low Rider:

Packtaschengestell zur Montage an der Gabel. Zur besseren Gewichtsverteilung und Lenkfähigkeit zum Erreichen eines möglich tiefen Schwerpunkts des Gepäcks.

 

Lochkreis:

Der Durchmesser der Montagebohrung von Kettenblättern. Keine Normung, da teilweise Kettenblätter gleicher Hersteller Baujahr abhängig verschiedene Maße aufweisen. Mountainbike und Rennradmaße unterschiedlich.

 

Meralrahmen:

Sportliche Damenrahmenform mit gebogenen, mittig angeordnetem Oberrohr.

 

Mixterahmen:

Sportliche Damenrahmenform mit zwei geraden, durchgehenden Oberrohren.

 

Muffen:

Bauteile zur Verbindung der Rahmenrohre. Meistens Gußteile, seltener Schmiede- oder Tiefziehteile. Muffen haben meistens vorgegebene Winkel und geben dadurch die Rahmengeometrie vor. Können teilweise extreme Verzierungen oder Gravierungen aufweisen.

 

Muffenlos gelötet:

Rahmenrohre werden ohne Muffen stumpf zusammen gelötet. Sehr aufwendige und teure Verarbeitung, da hier meistens mit Silberlot gelötet wird. Ermöglicht aber Maßrahmen mit freier Geometriewahl. Die schonenste und langlebigste Verarbeitung, da beim löten die geringste Verarbeitungstemperatur benötigt wird und eine stoffschlüssige Verbindung entsteht. Hierdurch keine Stresszonen im Verbindungsbereich der Rohre.

 

Nabendynamo:

In die Nabe integrierter Dynamo. Wie Getriebenabe durch Gehäuse geschützt.

Von der Firma Schmidt www.nabendynamo.de entwickelt.

 

Nadellager:

Geschlossene Industrielager, in denen sich statt Kugeln Nadeln drehen. Nicht so verwindungfreundig sie klassische Kugellager. Auch als Wälz- und Kegelrollenlager.

 

Nahtlos:

Ein Rundstahlprofil wird in erhitzem Zustand auf einen Dorn gezogen. Das hierdurch entstandene Loch wird in verschiedenen Durchgängen größer und die Wandstärke dünner ausgeführt bis zu einem nahtlos gezogenem Rohr. Entwickelt von der Firma Mannesmann. Der erste nahtlos gezogene Rohrsatz speziell für den Rahmenbau war von der Firma Reynolds der 531er Rohrsatz für den Rahmenbauer Jack Taylor. Die Bezifferung bedeuted bei bei 100 Anteilen in der Stahllegierung sind 5 Molybdän, 3 Mangan und 1 Chrom.

 

Oktalink:

Runde Innenlagerachse mit Mehrfachverzahnung zur Befestigung der Kurbel. Von Shimano entwickelt und in zwei Normen (Rennrad/MTB) produziert, nicht untereinander kombinierbar.

 

Oversized:

Erhöhter Rohrdurchmesser zur Vermeidung von Verwindungen. Zum Gewichtsausgleich müssen die Wandstärken abgesenkt werden.

 

Pofiliert:

Rahmenrohre müssen aufgrund sehr dünner Wandstärken zur Stabilität im Querschnitt verändert werden. In einfacher Form ovalisiert, im aufwendiger Tropfenförmig, sechs- oder achteckig.

 

Polygonnippel:

Speichennippel mit Sicherungmittel.

 

Pulverbeschichtung:

Die umweltfreundlichste Lackierart. Das Werkstück wird elektrisch positiv aufgeladen, das Farbpulver negativ. Dadurch ist kein Lösungsmittel zur Lackierung notwendig, und es gibt keine Rückstände (Sprühnebel). Danach wird das Pulver in einem Ofen bei ca. 200 grad geschmolzen.

 

Rahmengeometrie:

Winkel der verschiedenen Rahmenrohre zueinander, welche das Fahrverhalten und die Sitzposition bestimmen.

 

Rollenbremse:

Von Shimano weiterentwickelte Trommelbremse, die anstatt mit Bremsbacken mit bremsrollen und einer Kühlscheibe arbeitet. Ist sehr Verschleiß- und Wartungsarm, allerdings nur auf dafür vorgesehene Shimano Naben zu montieren.

 

Ritzel:

Bestandteile von ganzen Kassetten (teilweise bis zu 11) oder als einzelnes bei Nabenschaltungen. Gesteckt oder geschraubt.

 

Stahl:

Wird mit diversen Legierungsbestandteilen (Chrom, Molybdän, Nickel) zu nahtlosen Rahmenrohren gezogen. Beste Kombination von Gewicht, Elastizität, Zug- und Bruchfestigkeit sowie Kerbwirkung. Ein Stahlrohr mit vergleichbaren Abmaßen braucht eine dreimal höhere Kraft verbogen zu werden als ein Alurohr. Sehr einfach und sicher zu verarbeiten. Diverse Hersteller wie Columbus, Reynolds, Dedacchai, True Temper, Fairing, Mannesmann etc.

 

Schweissen:

Die einfachste Art, einen Rahmen zu bauen. Technisch durch die Massenproduktion in Fernost weiterentwickelt. Setzt dem Material bei der Verarbeitung sehr große Temperaturen aus und schwächt dieses im Verbindungsbereich. Wird teilweise unter Schutzgasatmosphäre durchgeführt. Durch Wärmebehandlung Entspannung der gestressten Bereiche. Keine stoffschlüssige Verbindung.

 

Silberlot:

Lot, das durch den Silberanteil (bis zu 10 %) eine sehr geringe Arbeitstemperatur von rund 700 Grad benötigt und dadurch das Rohrmaterial nicht stresst.

 

Stoffschlüssig:

Durch löten entsteht im Verbindungsbereich zweier Rohre eine neue Legierung. Das hat zur Folge, dass in ein Rohr eingeleitete Kräfte wie Stöße oder Verwindungen, über die Verbindungsstelle hinaus in das andere Rohr weitergeleitet und somit besser verteilt werden können. Bei einer geschweissten Verbindungen enden die Kräfte an der Verbindungsstelle und stauen sich. Dies kann zu Ermüdungsbrüchen kurz hinter der Schweissnaht führen.

 

STI Hebel:

Shimano Total Integration Bedeutung für kombinierte Brems- Schalteinheiten sowohl im Rennradbereich als auch beim Mountainbike.

 

Sloping:

Leicht nach hinten abfallendes Oberrohr bei Rennrahmen in jeder Rahmengröße. Bewirkt etwas höhere Steifigkeit des Rahmens, größere Schrittfreiheit und komfortablere Sitzpostion durch längeres Steuerrohr.

 

Tretlager:

Vorderer Antrieb, welcher sich aus Innenlager und Kurbelgarnitur zusammensetzt. Einbaumaße und -normen sind Hersteller bedingt.

 

Titan:

Sehr leichtes und Korrosionsbeständiges Material. Als sehr weiches Material lässt es sich nur mit Oversizing im Rahmenbau verwenden. Sehr aufwendig zu verarbeiten. Lässt sich nur unter Schutzgasathmosphäre schweissen und mit Spezialwerkzeugen sägen.

 

Trapezrahmen: Damenrahmenform mit geradem Oberrohr.

 

Vierkant:

Klassischste Art zur Befestigung von der Kurbelgarnitur auf der Innenlagerachse. In zwei verschiedenen Normen gebaut ISO (europäisch) und JIS (asiatisch). Nicht miteinander kombinierbar.

 

Vorbau:

Verbindungsteil zwischen Gabel und Lenker. Durch die Länge und den Winkel wird sowohl die Sitzposition als auch die Lenkeigenschaft beeinflusst.

www.ritcheylogic.com

 

V-Brakes:

Extreme Weiterentwicklung der Cantileverbremse. Wesentlich längere Hebelverhältnisse bewirken höhere Bremskraft. Bremshebel nicht mit anderen Bremssystemen kombinierbar. Entwickelt von Florian Wiesmann.

www.wiesmann-bikes.de

 

Widerzugslager:

Anlötteile oder geschraubt, an denen sich die Aussenhüllen der Bremsen oder Schaltung abstützen und die für einwandfreie Funktion dieser zuständig sind.

 

Zugfestigkeit:

Kraft die benötigt wird, um ein Material zu zerreissen. Wird in Newtonmetern angegeben. Hochwertigste Alurahmenrohre haben eine Zugfestigkeit von bis zu 700 Nm, Stahlrahmenrohre bis zu 1400 Nm und Carbonrahmenrohre bis zu 3000 Nm.

 

Zugführung:

Führt den Brems- oder Schaltzug am Rahmen ohne Aussenhülle um Tretlager, Sattelrohr oder Steuerrohr.